Centurion Expert, Tange Champion No. 1

Centurion Dave Scott Ironman

Das Centurion Iron Man war 2011 mein erstes „Neubauprojekt“. Heute würde ich das wohl nicht mehr so machen aber Rahmen pulvern war damals schwer angesagt. Wenn ich die schönen Miami-Vice-Farben und die Patina auf dem alten Foto sehe habe ich etwas Pipi im Auge. Zum Glück hat aber auch der tristeste Lack keine Auswirkungen auf die Fahreigenschaften.

Centurion Expert

Ab 1987 wurde der Dave-Scott-Ironman-Rahmen in zwei Aufbauversionen angeboten: dem Expert und dem Master. Das Master war mit Shimano 600-Komponenten ausgestattet, während das Expert ,die günstigere Version des Iron Man, die neuen Shimano 105-Komponenten erhielt. Konzipiert sind beide Modelle für den Thriatlonwettkampf. Dazu gibt es in einem anderen Beitrag eine interessante Anzeige zu sehen. Typisch und nötig für die unsupported 180 Kilometer Runde auf Hawaii sind ein Luftpumpenhalter am Steuerrohr und extra Bohrungen im Sitzrohr für einen zweiten Flaschenhalter. 1988 folgte noch ein Rahmen aus Carbon unter der Bezeichnung Ironman. Gebaut wurde dieser Rahmen bis zur Aufgabe der amerikanischen Marke Centurion 1989. Im letzten Jahr wurde das Rad mit Suntours neuer GPX-Gruppe verkauft. Wer es etwas ausführlicher wissen will springt zu diesem Artikel auf vintagecenturion.com

Meine graue Maus habe ich mit einer Superbe Pro Gruppe ausgestattet. Die zwar topmoderne, aber hässliche Unicrown-Gabel habe ich gegen eine schöne, sündhaft teure, verchromte 1-Zoll-Ahead-Gabel aus Tange Prestige Rohren getauscht. Gesessen wird auf einem Selle Italia Flite und gebremst mit gekapselten Federn in den Bremskörpern und Tektro-Hebeln. Diese sind zwar etwas billig, passen aber optisch sehr gut zum FSA-Vorbau und -Lenker und sind sehr ergonomisch. Die originalen Pro-Bremsehebel auf eBay waren mir immer zu teuer oder verkratzt.

Rollen tut das ganze auf Alesa Felgen, vorne Radial eingespeicht mit Superbe Pro Naben, die tausche ich aber auch ab und an ganz gerne gegen Laufräder von Mavic, die sind etwas robuster und passen in schwarz besser zur Gesamtgestaltung.

Insgesamt ist das Rad ein richtig gutes Stadtrad mit perfektem Tarnanstrich für urbane Abstellplätze. Ich habe damit aber auch schon lange Touren mit Gepäck gemacht. Der Rahmen ist steif, arschschnell, gutmütig und lässt sich auch auf Feldwegen und Pavais gut bewegen.

Als ich mit dem Rad meinen Freund Matthias in Hamburg besucht habe, bemerkte er nur: „Eigentlich hast du alles richtig gemacht“, auch wenn ich das heute auf keinen Fall mehr so machen würde ;-).

Hier noch ein zeitgenössischer Testbericht: More Features, Less Money


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